Akryl zu Gast im ahoy Studio

Shownotes

Akryl war zu Gast bei uns im ahoy Studio. Ahoy-Moderatorin Jeanne hat mit der Musikerin über ihre emotionale und ehrliche Musik geredet, warum sie den Titel "wenn ich groß bin, will ich alles werden außer alt" für ihre EP gewählt hat, was wir noch in nächster Zeit von ihr erwarten können und warum es ok ist, manchmal einfach mal wütend zu sein. Das und noch vieles mehr hört ihr im Interview. Hört rein!

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00:00:00: Mir ging übersetzt die Musikerin Acryl.

00:00:03: Hallo, schön, dass du da bist.

00:00:05: Hallo,

00:00:06: schön, hier zu sein.

00:00:07: Vielen Dank für die Einladung.

00:00:08: Ja, ich freue mich auch.

00:00:09: Einmal für ein Kontext.

00:00:10: Ich hab Acryl vor zwei Wochen, glaube ich, oder?

00:00:14: Ja, ja.

00:00:15: Genau, auf ein Konzert kennengelernt, weil ich das moderiert habe.

00:00:18: Genau, auf ein Geheimkonzert.

00:00:20: Und da hab ich dich gefragt, ob du mal vorbeikommen möchtest im Studio.

00:00:23: Und du hast ja gesagt.

00:00:24: Ja.

00:00:25: Schön, dass das geklappt hat auch.

00:00:27: Ja,

00:00:27: ich freue mich auch.

00:00:28: Also, es ist richtig cool, dass es auch so schnell geklappt hat.

00:00:30: Es ist sehr schön.

00:00:31: Passt ja gut mit Hamburg.

00:00:32: Du meinst ja, du hast ja heute Abend noch einen Auftritt, oder?

00:00:34: Genau.

00:00:36: Ja.

00:00:37: Kleinen Auftritt.

00:00:39: Sehr schön.

00:00:39: Genau.

00:00:40: Ich würde sagen, wir starten einfach mal rein.

00:00:42: Und zwar das erste, was mir direkt nach dem Konzert im Kopf geblieben ist.

00:00:46: Du meintest ja vor dem Konzert, du hast ein bisschen Respekt vor der Hamburger Crowd.

00:00:49: Ja.

00:00:50: Wie ist jetzt dein Gefühl nach dem Konzert?

00:00:53: Was sind deine Gedanken dazu?

00:00:55: Ich fand es irrsinnig schön.

00:00:56: Ich fand die Leute so lieb und aufmerksam und haben ganz laut mitgesungen.

00:01:01: Und ich habe das auch nicht so erwartet, wie schon gesagt.

00:01:03: Ich war ein bisschen nervös.

00:01:05: Ich finde, manchmal können die Leute ein bisschen verhalten sein, aber die waren ganz toll.

00:01:10: Und bei uns ist technisch am Anfang ein bisschen was schief gelaufen.

00:01:14: Und dann habe ich einfach gelabert auf der Bühne und die Leute sind komplett mitgegangen und das war echt schön.

00:01:20: Eine

00:01:21: sehr dankbare Crowd auf irgendwie, ne?

00:01:23: Auf

00:01:23: jeden Fall.

00:01:23: Und mehr

00:01:24: offen auch.

00:01:25: Total.

00:01:26: Was würdest du denn sagen, so im Allgemeinen, gibt es so ein Moment, den du auf der Bühne mal hattest, den du einfach niemals vergessen wirst?

00:01:33: Ich glaube, da gibt es ein paar.

00:01:35: Ich finde, jedes Mal, wenn wir enden, das ganze Konzert immer mit so einem gemeinsamen Song und früher ist auch die ganze, also meine ganze Liveband mit nach vorne gekommen, Und das hat was für mich Ultramagisches.

00:01:50: Und ich glaub das erste Mal, als wir das gemacht haben, da musste ich fast weinen.

00:01:55: Und das war echt, echt, echt schön.

00:01:58: Wie viele sind denn so in der Liveband?

00:02:00: Sind's immer nur Katsis der Name, oder?

00:02:04: Wir sind zu fünft.

00:02:05: Da ist noch Andrea Tichi und Annabelle.

00:02:09: Sie spielt Bass und Andrea spielt Keyboard.

00:02:11: Und Katsi spielt Gitarre.

00:02:14: Und gerade spielen noch mehrere Leute Drums.

00:02:17: Cool, okay.

00:02:18: Wusste ich gar nicht.

00:02:18: Ich dachte, das sind nur Katzy und du, die spielen.

00:02:21: Das sind du.

00:02:23: Okay, sehr cool.

00:02:25: Du hast ja letztes Jahr am April deine erste Single rausgebracht, wenn ich es richtig recherchiert habe.

00:02:29: Und zwar Blumen aus Metall.

00:02:31: Und seitdem ist ja total viel passiert.

00:02:33: Deine EP hast du rausgebracht und alles.

00:02:35: Was würdest du sagen, was hat sich seitdem so verändert?

00:02:38: Oder wie hast du dich als Künstlerin verändert?

00:02:41: Ich hab gleichzeitig weniger ... Angst bekommen, davor Dinge zu veröffentlichen, weil ich davor schon großen Schiss hatte, Sachen herauszugeben und auch Sachen abzugeben.

00:02:52: Ich finde, man trägt das sehr nah bei sich und das gehört mir, wenn ich das schreibe und dann gibt man das der Öffentlichkeit.

00:02:59: Und das hat mir große Angst gemacht und das hat sich ein bisschen gelegt.

00:03:03: Das war gut.

00:03:04: Gleichzeitig bin ich auch ein bisschen nervös vor den nächsten Sachen, die ich rausbringe.

00:03:09: Und ja, ich glaube, so eine gewisse Entspanntheit bei Konzerten und auch bei Events, wo andere MusikerInnen dabei sind.

00:03:19: Da war ich früher sehr nervös und jetzt ist so eine Entspanntheit dabei.

00:03:23: Jetzt man mehr so reingekommen auch vielleicht,

00:03:25: ne?

00:03:25: So ein Ticken.

00:03:26: Ja.

00:03:27: Würdest du denn sagen, so im Gegensatz zu Blumen aus Metall, also, dass du da schon sehr ehrlich in dem Song warst oder meinst du, dass du jetzt in deinem nächsten Song noch ehrlicher geworden bist oder mutiger mit dem, was du sagen möchtest?

00:03:38: Hoffentlich beides.

00:03:39: Ich versuche und ich finde emotionale Ehrlichkeit schwierig grundsätzlich und ich versuche so ehrlich wie möglich zu sein oder so ehrlich wie möglich, wie es mir geht.

00:03:49: Und ja, hoffe, dass die nächsten Songs noch ehrlicher sind und ich glaube Blumen aus Metall ist aber das Ehrlichste, was ich zu dem Zeitpunkt rausbringen konnte.

00:04:00: Ich war ja auch bei dem Konzert stand ich auch mit in der Crowd.

00:04:04: Und das war eine Atmosphäre, die du auch geschaffen hast.

00:04:07: Und man hat dir auch einfach geglaubt und auch abgekauft, dass du jedes Wort ehrlich meinst.

00:04:13: Und ich glaube, das ist eine Magie, die nicht jede Artist hinbekommt.

00:04:16: Also

00:04:16: Schapo.

00:04:17: Danke

00:04:19: schön.

00:04:19: Dein Songs geht es ja eigentlich noch sehr viel so um Ängste, Selbstbestimmung, Erwartung, Druck und so was.

00:04:25: Was meinst du, wie wichtig ist es dir, diese Themen deinen Songs zu behandeln?

00:04:29: Sehr wichtig.

00:04:30: Ich habe auch oft nicht so mega die Wahl.

00:04:32: Ich schreibe eigentlich nur oder hauptsächlich über Dinge, die mich beschäftigen.

00:04:37: Und das sind die Themen, die gerade bei mir aktuell sind, an denen ich versuche zu wachsen.

00:04:42: Deswegen ist es gerade das eine Thema oder die ein Themen, worüber ich schreiben kann.

00:04:48: Und wenn sich das mal bei mir ein bisschen gelegt hat oder wenn ich an neuen Dingen versuche zu wachsen, dann werden das neue Themen sein.

00:04:56: Ja, okay.

00:04:57: Sehr gut.

00:04:58: Ich weiß nicht mehr, ob ich das richtig in Erinnerung habe, aber beim Konzert meintest du, da hast du über dein Zuhause geredet.

00:05:03: Bist du ja in der Schweiz in Sankt-Ein geboren?

00:05:06: Genau.

00:05:06: Und du meinest, dass du, glaube ich, ein kompliziertes Verhältnis zu deiner Heimat hast?

00:05:11: Ja.

00:05:11: Es ist so, oder?

00:05:12: Wie spiegelt sich das in deiner Musik wieder?

00:05:14: Oder spielt es überhaupt eine Rolle?

00:05:17: Es spielt in den neuen Songs ganz viel eine ganz große Rolle.

00:05:21: Ich weiß nicht, woher das kommt, aber ich habe mich in den letzten zwei, drei Jahren ganz viel mit... Kindheit und Erwachsenwerden und spezifisch diesem Ort St.

00:05:29: Gallen und meinen Eltern und all dem und wie das mein jetziges Ich und meine Art Beziehungen zu führen und irgendwie durch die Welt zu gehen.

00:05:39: Affektiert also insofern spielt es.

00:05:42: also hört man das glaube ich vor allem in den neuen in den neuen Song.

00:05:46: Gibt es dann speziellen Song, wo man das nochmal sehr doll hört oder wo zu Hause sehr viel thematisiert wird?

00:05:53: Es gibt zwei.

00:05:54: Es gibt Ein Song namens Fichtenholz?

00:05:57: Genau, da ist auch.

00:05:58: Oh, weiß ich noch nicht, ob ich das sagen darf, aber da kommt irgendwann in näherer Zukunft raus.

00:06:05: und es gibt ein Song namens Wimpernschlag, der nochmal in die Tiefe geht.

00:06:10: Okay, gibt es denn so, ich weiß, das ist immer eine schwierige Frage, aber gibt es so ein Song, der dir besonders am Herzen liegt?

00:06:19: Oh, ich glaube immer der neueste Song, da hat man... finde ich die fresheste Verbindung zu.

00:06:26: Ja, weil das einfach das aktuellste Thema ist.

00:06:29: Über das man schreibt und ich habe schon auch eine spezielle Verbindung zu Blumen aus Metall und auch zu Fichtenholz zu diesem neuen Song, weil das eine der ersten Songs war, die dieses Kindheitsthema noch mal tiefer aufgegriffen hat.

00:06:43: Und es gibt ein Song, den spielen wir gerade nicht live, aber der kommt bestimmt auch irgendwann, der heißt Knochen und Knochen und den finde ich eigentlich Am wichtigsten ist der politische Skit um Diskriminierung und auch um Gewalt gegen marginalisierte Gruppen.

00:06:59: und ein super wichtiges Thema und auch jetzt leider wieder ein ultraaktuelles Thema.

00:07:06: Wichtiger denn je.

00:07:06: Wahrscheinlich auch wieder.

00:07:08: Voll.

00:07:08: Ich glaube, das geht mir schon sehr nahe auch.

00:07:11: Okay.

00:07:12: Ich pass die wichtigste Frage eigentlich auf vergessen.

00:07:14: Du hast ja am zwölfen September deine IP rausgebracht und die heißt ja, wenn ich groß bin, will ich alles werden außer Alt.

00:07:21: Ist ein außergewöhnlicher Tite, würde ich mal sagen.

00:07:24: Warum heißt deinem Piso?

00:07:26: Gibt es da einen Grund?

00:07:28: Erstens tue ich mich ein bisschen schwer mit Erwachsenen werden oder Älter werden.

00:07:34: Beides aus verschiedenen Gründen.

00:07:35: und das Älter werden aus dem Grund, weil ich emotional ein sehr ängstlicher Mensch bin.

00:07:40: Ich bin sehr melancholisch.

00:07:42: Ich habe ein bisschen Angst, dann älter zu sein und das Gefühl zu haben, oh Gott, mein ganzes Leben liegt schon hinter mir.

00:07:48: Ich glaube aber auch gesellschaftlich.

00:07:50: Ultraschwierig, weil Jugend so glorifiziert wird.

00:07:54: Vor allem auch als Flinterperson in der Gesellschaft.

00:07:57: Ja, ich glaub, das waren die Hauptthemen für den Satz oder für den Titel.

00:08:03: Und ich fand's auch ein bisschen lustig, weil das so lang und sperrig ist.

00:08:07: Ja, total.

00:08:07: Und es bleibt im Kopf hängen.

00:08:10: Ich find's interessant, weil das hab ich noch nie so gesehen, aber es ist ja so, dass in der Gesellschaft Jugend so glorifiziert wird.

00:08:16: Ja.

00:08:17: Tatsächlich, ne?

00:08:19: Wirklich vor allem als flinter Personen und dann noch mal als Personen, die in der Öffentlichkeit steht und man muss irgendwie jung sein und hübsch sein und ich weiß nicht, dünn sein und blar und blub und das ist irrsinnig frustrierend, weil man, vor allem beim Alter, das absurd, wie das abgestempelt wird, sobald man ein gewisses Alter erreicht hat oder auch wie ein gewisses Alter aussieht.

00:08:46: Besonders in der Öffentlichkeit ja auch immer wieder ein Thema, was für ein Druck.

00:08:50: Das hat ja auch viel mit Erwartung zu tun.

00:08:53: Was würdest du sagen?

00:08:54: Ich hoffe, die Frage ist nicht zu persönlich, wie du so mit Druck und Erwartung von außen umgehst.

00:08:59: Hast du jetzt durch die, vielleicht auch jetzt, weil du mehr auf der Bühne stehst und sowas, du hast ja schon, ich glaube seit dem Jahr zum Jahr, also über fünfzig Konzerte oder wenn ich sogar noch mehr gespielt, gehst du mittlerweile anders mit sowas um oder?

00:09:12: Ich glaube, auf der Bühne und als Künstlerin kann ich oder als Akrül schaffe ich es irgendwie zu sagen, hier ist es mir egal und ich mache einfach das, worauf ich Bock habe und ich gebe mich so, wie ich Lust habe.

00:09:23: Das ist sehr, also es ist sehr viel von mir da drin, aber es ist auch ein bisschen von.

00:09:28: die Scham fehlt irgendwie bei Akrül und das ist einfach, ist halt so wie es ist und die Leute, die es nicht mögen, müssen sich das auch nicht anhören.

00:09:36: Ich glaube aber im privaten Leben fällt es mir nicht ultra leicht, weswegen ich auch Songs drüber schreibe.

00:09:42: und wie viele Leute wenn ich einen Opfer von Social Media oder einen Opfer von Social Media verbringe ich sehr viel Zeit auf Social Media und lasse mich auch sehr beeinflussen.

00:09:54: und das nervt mich auch ein bisschen und ich versuche einen gesunden Umgang mit diesen ganzen Themen zu finden.

00:10:01: Hast du das Gefühl, dass dir die Songs dabei helfen, einen gesunden Umgang zu finden?

00:10:05: Ja, und auf jeden Fall das auch zu verarbeiten.

00:10:08: Und falls es nicht hilft, hilft es meistens auch schon nur, wütend zu sein.

00:10:13: Und ich finde das sehr gut, irgendwie die Wut auf der Bühne zumindest rausschreien zu dürfen.

00:10:19: Voll.

00:10:20: Weil es oft im Leben vor allem auch wieder für flinter Personen wenig Gefäße gibt, wo man auf eine gesunde Art Wut ausdrücken kann, ohne dass man direkt hysterisch wirkt.

00:10:31: Wut ist halt total oft in dieser Gesellschaft negativ konnotiert.

00:10:34: Ja.

00:10:34: So.

00:10:35: Flinterperson dürfen ja nicht wütend sein, aber Wut hat auch so viele Vorteile und positive Aspekte.

00:10:41: Es ist so gesund, manchmal wütend zu sein und so fair wütend zu sein.

00:10:45: Ja, auf jeden Fall.

00:10:47: Wir kommen jetzt auch schon zur letzten Frage.

00:10:49: Was können wir jetzt in der nächsten Zeit oder dieses Jahr noch so von dir erwarten, was du auch so sagen darfst?

00:10:57: Ja, das ist eine gute Frage.

00:10:58: Ich weiß gar nicht so richtig, was ich alles sagen darf.

00:11:00: Ich darf aber sagen, dass wir noch mal live spielen.

00:11:04: Dieses Jahr, wir spielen Supports und Festivals.

00:11:08: Und ja, Dinge, ein paar Sachen sind schon veröffentlicht, die wir spielen, ein paar Sachen kommen noch.

00:11:14: Und es kommt irgendwann in näherer Zukunft auf jeden Fall auch noch mal Musik.

00:11:20: Ah, wie schön.

00:11:22: Sehen wir dich dann auch in nächster Zeit vielleicht noch mal in Hamburg bei einem Auftritt oder so?

00:11:26: Kannst du mich aus dem Kopf sagen?

00:11:28: Weiß ich nicht.

00:11:30: Vielleicht.

00:11:33: Ich würde

00:11:34: sehr, sehr gerne.

00:11:35: Ich mag Hamburg, sehr gerne.

00:11:37: Das hat mich sehr begeistert, dieser Auftritt in Hamburg.

00:11:40: Und es wird irgendwann auch da, da habe ich leider kein Datum, aber wir mussten ja ... von der Tour den Hamburg-Stopp verschieben und es kommt auf jeden Fall auch noch nachgeholt.

00:11:52: Das Konzert.

00:11:53: Okay,

00:11:54: sehr schön.

00:11:55: Da bin ich ja ganz gespannt drauf.

00:11:57: Ja, ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, was wir noch von dir hören werden.

00:11:59: Und ich glaube, und das kann ich auch für alle sagen, dass wir, glaube ich, noch sehr viel von dir hören werden.

00:12:03: Und das ist sehr schön.

00:12:06: Danke, Akryl, dass du hier warst.

00:12:07: Danke dir.

00:12:08: Danke auch Heuradio.

00:12:09: Ja, und ich würde sagen, hoffentlich bis zum nächsten Mal.

00:12:12: Sehr gerne.

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