SIND zu Gast im ahoy Studio

Shownotes

SIND war zu Gast bei uns im ahoy Studio. Rahel von ahoy hat mit Hannes und Ludwig über den Schreibprozess ihrer Songs geredet, welches Konzept hinter ihren Alben steckt und warum sie die Endlichkeit in ihren Songs thematisieren. Das und noch vieles mehr hört ihr im Interview. Hört rein!

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00:00:01: Wie schön, dass du da bist!

00:00:03: Du hörst

00:00:04: ein

00:00:04: Aheuradio-Interview mit.

00:00:06: Ich habe hier heute die Band Sinz zu Gast.

00:00:09: Wollt ihr euch mal kurz vorstellen?

00:00:11: Ja hallo ich bin Hannes und bin der Sänger von SINZ und mir ging übersitzt

00:00:15: Ludwig, der Schlagzeuger

00:00:17: Und da fehlt ja noch jemand oder?

00:00:19: Der Matthias ist unser Gitarist und wir sind auf der Bühne natürlich noch mehr.

00:00:23: Da ist Henko und Jens auch dabei.

00:00:27: Und Timo am Ton das sechste Bandmitglied

00:00:29: Er ist quasi auch verantwortlich dann für den Sound.

00:00:32: Ja, es sind ja immer nicht nur die fünf Leute, die auf der Bühne stehen, da sind ja auch Leute am Licht mit, Leute am Ton und am Merch.

00:00:37: Das ist natürlich einfach zu sagen, das sind sie auf der bühne.

00:00:40: aber wir sehen uns eher als größere Familie, die da zusammen unterwegs ist.

00:00:44: Und die sind jetzt alle mit euch auf Tool?

00:00:46: Genau!

00:00:47: Die sind alle gerade im Dachessen.

00:00:48: Und auch heute Abend dann dabei?

00:00:51: Weil ihr spielt ja heute Abend ein Konzert im Knust.

00:00:55: Wie ist das jetzt nach den ganzen Tourkonzerten?

00:00:58: Ist man da immer noch nervös oder bleibt der Abend dann immer besonders jedes Mal?

00:01:04: Also dadurch, dass wir eine sehr persönliche Verbindung auch zu Hamburg haben würde ich sagen es ist schon fast ein Gefühl wie vor der Familie zu spielen und deswegen eine sehr besondere Anspannung heute nochmal.

00:01:14: Ja, es ist immer... Also jedes Konzert ist irgendwie für sich schön.

00:01:17: Aber natürlich ist ein Tourblog wie so eine Klassenfahrt.

00:01:20: Es ist immer extrem schön unterwegs zu sein jede Abend neue Menschen kennenzulernen einen sehr verbindenden Abend zu haben.

00:01:27: aber Natürlich muss man immer aus sich achten dass man gesund bleibt nicht krank wird Nicht zu spät ins Bett geht.

00:01:34: fit ist also schon eine Mischung aus sehr viel Freude sehr viele Emotionen und natürlich auch Anspannungen weil jetzt spielen wir heute Hamburg gestern Bremen morgen leibt sich dann Berlin darf halt nichts schiefgehen.

00:01:46: Das ist krass, also da habt ihr schon noch einiges vor euch und seid ja auch schon länger jetzt auf Tour.

00:01:51: Und ihr habt ja eine neue Single, wohin ist die Zeit released?

00:01:57: Das ist ein Vorgeschmack auf das neue Album und wieso habt ihr genau diesen Song als Einstieg gewählt?

00:02:05: Wohin ist der dritte Song das kommenden Album.

00:02:09: Wir haben angefangen mit Sorry for the Delay, dann Liebe Fatal und wohin ist die Zeit?

00:02:13: Ist jetzt ein bisschen der Startschuss gewesen für eine etwas größer angelegte Aktion.

00:02:18: Wir werden nach der Tour nämlich anderthalb Jahre lang jeden Monat einen Song veröffentlichen und somit zwei Alben.

00:02:23: insofern ist der Song auch den Ausblick auf nicht nur eins sondern auch anderthhalb ne zwei Almen in anderthab Jahren.

00:02:31: naja wir beschäftigen uns sehr oft auch mit dem Blick zurück.

00:02:37: Und wohin ist die Zeit?

00:02:39: Naja, es ist textlich.

00:02:40: Ein Abschluss mit dem anderen Album, der sehr retrospektiven und ein bisschen auch einen Ausblick und ein bissel in Zukunft gucken.

00:02:47: Und musikalisch ist das aber gleichzeitig so ein bisschen ein Übergang in eine Phase, in der wir jetzt ein bisschen mehr Synthes nutzen oder den Sound weiterentwickeln.

00:02:59: Da steht der Song relativ sinnbildlich dafür.

00:03:03: Also gleichzeitig ein Blick zurück, aber auch nach vorne in euer persönlichen musikalischen Entwicklung.

00:03:09: Absolut!

00:03:10: Zumal wir jetzt mit diesen Songs auch schon und mit den folgenden Songs auch nochmal anders arbeiten.

00:03:17: Das heißt, wir machen sehr viel mehr selbst in der ganzen Produktion.

00:03:22: Und ich glaube das merkt man dadurch auch noch mal, dass sich das musikalisch auch noch einmal verändert.

00:03:26: Ich habe also gelesen, dass der Song basiert auf einem Foto-Album aus eurer Familie.

00:03:33: Es gibt also, dass es war.

00:03:35: Es gibt ein Bild von meinen Eltern bei ihrem Fasching.

00:03:39: Die hatten so ein großes Faschingsfest und da habe ich schon ein Bild meiner Mama gesehen und dachte, krass!

00:03:47: Wie wäre es in dieser Zeit aufzuwachsen?

00:03:50: Und wie waren unsere Eltern damals?

00:03:52: Da haben wir dann in der Band gesprochen und diesen Text erarbeitet weil das ist ja schon krass.

00:03:56: Wir kennen unser Eltern als Eltern Aber die waren ja auch mal jung.

00:03:59: Die hatten ja auch eine krasse wilde Zeit und da haben wir sie nicht kennengelernt, nie als diese Menschen, die sie damals waren.

00:04:05: Und damit beschäftigt sich eben der Song so ein bisschen.

00:04:09: Hattet ihr dann auch Gespräche mit euren Eltern darüber?

00:04:12: Oder war das...

00:04:14: Ja!

00:04:14: Denen haben wir unseren Müttern geschickt und es war noch emotionale Momente dabei.

00:04:20: Es ist ja auch, also das kann ich an der Stelle auch sagen, die Familie ist auch mit dabei Denn mein Papa macht Merch auf der Tour Ja, der voll Bock und einig mit seinem Freund Olli.

00:04:31: Der kann aber nicht alle Konzerte Und deswegen ist es generell bei uns eine sehr familiäre Angelegenheit.

00:04:38: Sowohl richtige, ich sag mal anfangs Strichem Blutsverwandtschaft Aber auch der ganze Rest der Crew ist eigentlich ja wie gesagt ne große familiäre Reise.

00:04:46: Ja das ist super weil man muss sich ja auch verstehen wenn man so lange unterwegs ist.

00:04:49: Das wäre grundsätzlich von Vorteil.

00:04:53: Und dann habe ich noch mal eine Frage.

00:04:56: Es geht viel um Vergänglichkeit auseinanderleben und älter werden.

00:05:00: auf dem neuen Album, also das ist das was wir so ein bisschen rausgelesen haben und welche dieser Themen trifft euch denn gerade am meisten persönlich?

00:05:10: Die Alben... Also es ist immer so Wir nehmen uns jetzt nicht ein festes Konzept für ein Album vor und sagen hey das nächste Album ist jetzt thematisch dass die Themen entwickeln sich Aus der Zeit und aus den Umständen heraus.

00:05:20: Das heißt, das Album Kinokosmos zum Beispiel hat natürlich... ...aus der Pandemie kommt sehr viel damit zu tun.

00:05:26: wie haben sich die Orte?

00:05:27: Die Menschen, die Freundschaften um uns herum verändert.

00:05:31: Das letzte Album erstmal für immer ist sehr introspektiv.

00:05:35: Es geht auch so ein bisschen ja um Verlust, um Vergänglichkeit.

00:05:39: Dass also eine eher introspektive Herangehensweise an das Album.

00:05:46: Und jetzt Geht es auch natürlich um so ein paar Themen, die wir noch rückblickend abarbeiten aber auch viel mehr einen Ausblick und auch versuchen was Positives zu vermitteln.

00:05:55: Das letzte Album war schon eher schwer das erste Mal für immer Album.

00:05:59: jetzt wollen wir auch in schweren Themen versuchten eine Leichtigkeit zu finden.

00:06:02: deswegen auch wohin ist die Zeit zum Beispiel klar?

00:06:03: Es ist ein krasses Thema sich damit zu beschäftigen auch emotionales Thema.

00:06:07: ich habe glaube ich auch mehrfach morgens im Auto geweint als den Song gehört haben an Mama gedacht hat und das weiß ja schön.

00:06:12: Aber gleichzeitig suchen wir in all diesen zeit in diesen ganzen Zeiten auf der Welt Die Zuversicht und das positive, die schönen kleinen Momente.

00:06:21: Und darum wird's viel jetzt gehen!

00:06:23: Das ergibt sich wie gesagt immer aus den Umständen heraus und das große Gesamtkonzept kommt dann zusammen am Ende.

00:06:30: Wie macht ihr das mit den Texten?

00:06:32: Schreiben da alle mit oder liefern was bei oder gibt es da so...

00:06:36: Ja also viel kommt definitiv an Ideen von Hannes.

00:06:40: Hannes hat einfach einen sehr großen Output, einen sehr wilden Kopf.

00:06:45: Es ist aber so, dass wir wirklich sehr viel gemeinsam über die Songs dann weitersprechen nachdenken arbeiten und auch bei wohin ist die Zeit.

00:06:53: Da haben wir glaube ich letztes Jahr in der Wasweide gespielt... ...und hatten dann auch irgendwie danach noch beim Feierabendbier über diesen Songstand gesprochen.

00:07:02: Und da kam dabei dann irgendwann die Idee, naja lass uns doch mal über die Mutter sprechen!

00:07:08: So sind das halt Momente, die man gar nicht so planen kann ob sie jetzt im Studio sind oder irgendwann abends mal in der Bar, dass dann einfach so die Geschichten sich ergeben, weitergezählt werden und die Songs sich auch ergeben.

00:07:19: Und dazu muss man natürlich sagen also wir verbringen sich wahnsinnig viel Zeit gerade Ludwig und ich.

00:07:24: Wir haben zusammen gewohnt beste Freunde, haben studiert zusammen, haben die Band zusammen hatten zwölfenteilig mal ein Späti zusammen.

00:07:29: Das heißt was wir da beschreiben ist ja das alles was wir zusammen erlebt haben Was wir auch ausformulieren und dann wäre das am Ende in Textform gießt es dann eigentlich oft hinfällig.

00:07:40: Natürlich weiß ja unsere Geschichten sind Und dann freibt ihr eine erst mal auf und diskutieren wir, aber das Erlebte ist schon das Gemeinsame generell.

00:07:49: Wow!

00:07:49: Das klingt super.

00:07:50: Also denn fließt alles zusammen quasi alle Prozesse die ihr durchläuft?

00:07:55: Dann habe ich noch einmal eine Frage und zwar in Liebe Fatal beschreibt ihr eine Beziehung, die trotz ihres Endes intensiv ist.

00:08:06: Würdet ihr sagen gerade weil Liebe endlich ist wird sie so bedeutsam?

00:08:11: Das ist die Frage, die sich der Song stellt.

00:08:13: Aber ja... Schon!

00:08:15: Also was ist denn der Moment wenn er unendlich wäre?

00:08:18: Was ist so ein Konzertabendwert, wenn es jeden Abend unendliche lang?

00:08:23: das ist doch nichts wert.

00:08:24: also die Vergänglichkeit, die Endlichkeit gibt dem Moment ja ersten Wert.

00:08:30: weil er nicht ewig halten kann isst er besonders und so ist es auch in Erliebe.

00:08:34: Also gäbes eine Ehe bis ans Lebensende, wenn man unendig lange leben würde?

00:08:39: ich glaube nicht.

00:08:40: Und ich glaube auch, alles wäre nichtiger und unwichtiger.

00:08:43: Und nicht so von Bedeutung wenn es unendlich wäre.

00:08:46: Dass du nicht mehr viel zu sagen.

00:08:49: Nein, Deadline ist die beste Motivation.

00:08:54: Oh ja!

00:08:55: Und dann nach der Tour wollt ihr, du hast ja das vorhin schon angetönt, ihr wollt jeden Monat einen neuen Song veröffentlichen?

00:09:03: Was reizt euch denn daran?

00:09:04: an diesem neuen Konzept

00:09:06: quasi?!

00:09:07: Grundsätzlich zum einen, dass wir sagen, wir wollen jedem Song den Moment im Scheinwerferlicht geben.

00:09:15: Der vielleicht sonst jetzt nicht bei jedem Song im Album so durchkommen würde.

00:09:19: und zum anderen haben wir auch gesagt Wir gehen einfach unseren eigenen Weg ein bisschen fern ab von den gängigen Strukturen die halt irgendwie so im Musikmarkt vorgegeben werden Und ziehen einfach unser Ding durch, gehen unseren Weg.

00:09:34: So kam das irgendwie, dass wir gesagt haben.

00:09:36: Wir starten ab der Tour weil wir auch gemerkt haben, wir haben so viele... Also Hannes ordnet die Sessions bei uns im Studio auf dem Rechner immer nach Nummern und wir sind mittlerweile bei ich weiß nicht Hannes wie viel?

00:09:46: Ja

00:09:47: es müsste so hundertfünfzig, hundertsechzig sein.

00:09:53: Hundertsechszig glaube

00:09:54: ich.

00:09:54: Und da kam das dann auch so, dass man überlegt so okay jetzt planen wir mal so ein Album, da packen wir vielleicht elf Songs drauf.

00:10:03: wie vor allem müssten wir jetzt machen, um halt die Songs, die wir rausbringen wollen noch zu machen?

00:10:07: und so ist es halt eine Möglichkeit einfach allen Songs irgendwie den Moment zu geben.

00:10:11: Voll!

00:10:12: Und das ist ja oft so.

00:10:13: man macht dann drei oder jetzt aktuelle fünf sechs Singles okay?

00:10:16: Dann kommt das Album, dann wartet man wieder und beim letzten Alben Album ist ein Song der heißt Wie Es Die Geht Ist extrem traurig Aber schön und er bedeutet uns sehr viel.

00:10:26: Und der ist erstaunlicherweise, der am meisten gespielt wird vom Album.

00:10:29: aber es war nie eine Single und dann war auch bei uns so vielleicht die Entscheidung die man vorher trifft niemand weiß wie das Song ankommt.

00:10:36: warum nicht also jedem Song irgendwie die Möglichkeit geben?

00:10:39: Und natürlich auch den Drive nutzen?

00:10:41: Warum jetzt irgendwie dass auf dem Album packen sodass es möglichst wenig Leute im Zweifel hören sondern einfach selbst unser Ding machen die Songs selber quasi fertig machen und einfach raus damit?

00:10:50: Das ist ja dann auch ein bisschen mehr Freiheit, die man hat nicht.

00:10:53: Weil der Druck dann vielleicht auch ein bisschen weniger groß ist.

00:10:56: Also ich kann mir vorstellen dass du die ganze hundertsechzig Songs dir auf der Liste habt.

00:11:01: das sind vermutlich noch so.

00:11:02: ein bisschen Entwürfe würde ich mir jetzt vorstellen?

00:11:05: Mehr oder weniger.

00:11:05: Manche ja, manche nicht.

00:11:07: also es fliegen im Regelprozess des Albumschreibens.

00:11:12: sag' ich mal sind in den ersten Phasen zwanzig bis dreißig Ansätze.

00:11:18: daraus entwickeln sich fünfzehn bis zwanziger Songs und dann wird aber relativ schnell im Prozess klar, okay die werden's.

00:11:25: Und jetzt war es einfach so viel da, dass wir gesagt haben, mach einfach lass einfach zwei Alben direkt machen.

00:11:32: Auf einen Schlag!

00:11:33: Ja und am Ende ich meine das spielt auch damit rein.

00:11:38: Wir haben mal vor Jahren gesagt, wir wollen einmal irgendwann die Columbia Halle in Berlin vollmachen.

00:11:43: Das ist für die die es nicht kennen passen dreieinhalb Tausend Leute rein Naja, besonderer Veranstaltungsort und Ludwig hat da lange gearbeitet.

00:11:55: Wir haben ganz viele Konzerte gesehen und das war so ein Traum.

00:11:58: Und wir haben gesagt hey wenn wir jetzt anderthalb Jahre jeden Monat einen Song machen zwei Alben dann müssen wir es auch irgendwie feiern und haben dann einfach selbst die Columbia Halle gebucht.

00:12:05: Und machen jetzt Augen zu und durch und gehen davon aus dass irgendwie funktioniert.

00:12:10: Wir wissen's nicht aber wozu sind Träume da?

00:12:12: Wenn ich um sie zu erfüllen?

00:12:13: Wozu ist Kunst da wenn ich umgehört zu werden?

00:12:15: So und zumindest sie rauszubringen?

00:12:18: Ob das jemand hört, das ist natürlich mega schön.

00:12:20: Aber wir machen es erst mal für uns und wenn's uns gefällt passiert es oft anscheinend dass das auch anderen Leuten gefällt weil die echte Emotion immer noch Giddy zählt.

00:12:28: insofern folgen wir jetzt der Emotionen.

00:12:31: Ja dann sind wir ja gespannt wie die Columbia Hall dann voll wird.

00:12:34: also wenn ihr's hört dann müsst ihr unbedingt auch hin und Tickets kaufen.

00:12:38: Das wird schön bitte Es wird uns freuen

00:12:40: Und dann haben wir eigentlich vorhin schon... Jetzt sind wir wieder ein bisschen abgeschweift aber wenn man so kontinuierlich veröffentlicht verändert das dann eure Art zu schreiben oder wann?

00:12:50: Also, dass ist vor allem die Frage, die mich am meisten interessiert.

00:12:53: Wann entscheidet ihr, dass ein Song jetzt fertig ist?

00:12:57: Das ist eine gute Frage und das hat sich auch viel verändert.

00:13:00: also normalerweise haben wir Demos Und dann haben wir die letzten mal auch mehr Produzenten gearbeitet mit Felix Anton Rehm mit Aaron Arendt oder Stefan Ernst.

00:13:09: wo man dann sagt hier sind die Songs Jetzt gehen wir ins Studio nehmen die auf bearbeiten die.

00:13:13: dann ist der Prozess natürlich auch etwas ausgelagert, weil du machst die Songs fertig bis zu einem gewissen Punkt und dann kommt ja noch ein Produzentin und führt das weiter, fügt ihre eigenen Ideen, ihre eigene Handschrift noch dazu.

00:13:24: Und diesmal haben wir halt diesen Prozess verknappt.

00:13:28: Wir produzieren es quasi selber, arbeiten mit Stefan Ernst bei der Mischung und bei Teilen der Aufnahme oder der Produktion.

00:13:34: aber dadurch gibt diesen Stopp nicht mehr, sondern wir machen den Song und sagen wie machen wir den fertig?

00:13:41: Wie ist der toll was braucht es noch.

00:13:42: Was machen wir da?

00:13:43: also Wir denken das jetzt zu Ende insofern Es gibt ein Tag, wir haben letztens Song geschrieben innerhalb von zwei Tagen Und der ist quasi können wir jetzt morgen theoretisch rausbringen.

00:13:51: Also es gibt keine Hürden mehr Sondern wie's kommt.

00:13:54: Machen wir es jetzt fertig

00:13:55: Und fehlt euch dann der Input nicht auch also sehr super cool wenn man so unabhängig ist.

00:14:00: Aber manchmal ist es ja auch nice Wenn man noch eine Stimme von außen hat.

00:14:03: Die haben wir definitiv, wir haben das Glück am Holzmarkt in Berlin unser Studio zu haben mit ganz vielen anderen Studios drum rum und Musikerinnen.

00:14:11: Und da haben wir sehr viele Nachmittage oder Abende wo wir uns gegenseitig auch irgendwie die Musik die man so macht vorspielen und zeigen und da auch in den Austausch gehen.

00:14:22: Da haben wir auf jeden Fall immer noch sehr gut schöne Korrektive

00:14:27: Und es ist auch ein Prozess.

00:14:28: Also wir haben natürlich jetzt vier Alben schon veröffentlicht und über die Zeit merkt man ja auch, okay was funktioniert für uns?

00:14:35: Was bedeutet uns viel und ich glaube Es ist wichtig eine Mischung natürlich aus dem Austausch zu haben aber auch Aus der Überzeugung dass das woran man glaubt wofür man wirklich steht Dass das auch gut sein kann und Das heißt nicht, dass unsere Meinung die beste ist Aber das Gefühl den sollte man folgen und da sind wir auf jeden Fall stärker geworden, uns mehr selbst zu vertrauen in die Sachen, die wir schreiben.

00:14:58: Wir haben da glaube ich ein gutes Gefühl entwickelt, oh das kannst du jetzt nicht singen, das passt nicht, das klingt noch nicht spannend genug und wir haben ja auch in der Band mit Jens & Henko und viele Leute, die da auch ihre Ideen reingeben aber... Das Gefühl haben wir zusammen entwickelt so dass wir da, ich sag mal gesundes Selbstvertrauen glaube ich haben in die Kunst, die versuchen zu machen.

00:15:19: Sehr cool!

00:15:20: Ich glaube, das ist sehr wichtig.

00:15:21: Dass man diesen Moment erreicht auch.

00:15:24: Ja, wenn ich da kurz einhaken darf... Wir haben in Münster gespielt und dann kamen einen junger Mann zu mir an und meinte, ja, es hat mich sehr berührt!

00:15:31: Und ich wollte fragen wie man eigentlich so Songtexte schreibt?

00:15:35: Ich würde das gerne machen und basieren.

00:15:38: war das auf... Mitte zwanzig war mein Gedichtband veröffentlicht, weil ich irgendwie Gedichte gesammelt habe und hab das dann spontan rausgehauen.

00:15:45: Und es hat er gesehen und hat dann gefragt wie hast du das denn gemacht?

00:15:48: Ich hab gesagt einfach auf dein Gefühl hören und einfach schreiben was du glaubst, was dich bewegt, was du fühlst und versuche nicht generisch etwas zu schreiben, was vielleicht anderen gefällt sondern schreibe etwas für dich über dich, was dir hilft, was Dich bewegt und dann kann es nur gut sein!

00:16:06: Das ist auch, was ich da vorhin sagen wollte.

00:16:08: Wenn es uns berührt und uns bewegt und das ausdrückt, was wir fühlen kann es ja in keiner Weise falsch sein.

00:16:13: Kann der Maximum passieren?

00:16:14: Die Leute sagen Ja, fühle ich nicht gut und dann ist das aber auch in Ordnung.

00:16:17: Aber wir füllen's ja dann so.

00:16:20: Ja, das ist ja manchmal auch das Problem also dass man so beginnt Und dann ist man eigentlich sehr intuitiv unterwegs und wie gesagt habe Dann kommt man vielleicht zu mehr in die Produktionsschiene und ist dann auch ein bisschen größer.

00:16:30: unterwegs sind auch mehr Stimmen dabei Und ich denke das finde ich super cool, dass ihr euch da so ein bisschen... Also ihr klingt ja auch wie ein super eingespieltes Team und Familie.

00:16:40: Und diesen Vibe dann ist man auch gefangen in dem Sinne also aufgefangen.

00:16:46: Und sehr cool, wenn sie da wieder einen Step zurückgeht und findet wir wollen es wieder mehr in unserer Hand.

00:16:52: Aber im Endeffekt sind's ja auch und das macht uns glaube ich auch aus die ehrlichen Emotionen.

00:16:58: Es gibt natürlich super viel witzige coole Songs Schöne Songs, es gibt auch viele nicht so coole Sachen und draußen generische Sachen würde ich sagen.

00:17:07: Aber wir versuchen halt immer nur von uns aus zu gehen!

00:17:09: Wir können ja nicht über andere schreiben, aber unsere Gefühle, Sorgen, Ängste, Freuden schreiben.

00:17:14: Und das macht es ja auch authentisch beim Konzert.

00:17:18: Es gibt zwei oder drei Songs wo mir regelmäßig schwer fällt die zu singen weil es einfach super emotional ist und da auch öfter mal die Tränen kommen.

00:17:28: Momente, wo man lacht.

00:17:30: Wo man, wie sagt man das sehr... ...extatisch tanzt und also es ist ein Achterbeginn der Gefühle.

00:17:37: aber so ist das Leben ja auch.

00:17:38: Also das gehören hier alle Gefülle dazu und die versuchen wir irgendwie unterzubringen.

00:17:42: Apropos Gefühlen ihr seid jetzt schon seit Ende März auf Tour?

00:17:47: Was war so der schönste emotionaleste Moment?

00:17:50: Das war also schwer zu sagen weil's sehr viele schöne Momente gibt.

00:17:56: Ich glaube, der Schönste für mich war auf jeden Fall den ersten Ton zu spielen beim ersten Konzert.

00:18:01: Weil man dann einfach mal wieder nach anderthalb Jahren vor Menschen saß und mit Freunden zusammen auf der Bühne und hinter dem Pult und einfach wieder das machen konnte was man eigentlich auch machen will und was halt der ganze Grund ist, der ganzen Geschichte warum wir denn lange im Studio sitzen.

00:18:16: War das für dich auch so oder hattest du noch einen anderen Moment?

00:18:18: Nein mein erster... Weil beim ersten Ton war ich so komplett außer Atem.

00:18:24: Ich krieg es hier gar nicht hin, weil ich so motiviert auf die Bühne gerannt bin und natürlich ist das was anderes auf der Bühnen bewegt mich sehr viel.

00:18:32: Da war ich direkt außer Atmen.

00:18:34: Das Konzert war aber schön!

00:18:35: Ich kann es aber auch nicht genau sagen, weil jeder Abend hat besondere verbindende Momente und ich finde es einfach unfassbar schön.

00:18:47: Es gibt keinen einzigen Moment.

00:18:48: angefangen von der Gemeinschaft im Turbos jeden Tag, der Klassenfahrt bis hin zu den Gesprächen nach dem Konzert ist einfach irgendwie alles sehr schön.

00:18:57: Ja dann habt ihr noch ein paar rauschvolle Momente vor euch!

00:19:00: Jetzt habe ich noch zwei letzte Fragen und zwar gibt es einen Song von euch, der euch heute mehr bedeutet als alle anderen?

00:19:08: Willst du anfangen Ludi?

00:19:09: Ich kann also... naja es gibt so ein paar Songs natürlich die viel für uns bewegt haben.

00:19:15: Ich glaube ganz persönlich, jetzt nur aus meiner persönlichen Sicht gesprochen ist, glaube ich das Song called Horst einer der wichtigsten Songs.

00:19:23: Wir hatten den im Rahmen des Listen to Berlin Awards, wurden wir gefragt ob wir ein Song einreichen wollen und er hatte gerade diesen Text geschrieben über Karlshorst wo Teile von uns aufgewachsen sind.

00:19:34: und dann meinte Ludi ja dann machen wir die jetzt einfach fertig und da haben wir den über Nacht aufgenommen haben den dann eingereicht, haben diesen Preis dort gewonnen und wurden dann das erste Mal.

00:19:43: Da waren wir gerade auf dem Weg zum Interview mit Marion Brasch bei Radio Eins.

00:19:46: da kamen auch die Nachricht, ihr seid jetzt in der Rotation bei radio eins.

00:19:49: Das war so ein ganz krasser Schlüsselmoment für uns weil es uns auch gezeigt hat dass was wir machen hat auch Gefühle an anderen Leuten auszulösen und irgendwie auch anzukommen Und den hatten mir wirklich nur über Nacht selbst gemacht.

00:20:00: und das war für uns ein ganz besonderer Moment und wichtiger Moment und ist auch jeden Abend ein emotionales Highlight.

00:20:07: der Song

00:20:09: Spielt ihr den auch heute Abend?

00:20:11: Ja, unbedingt.

00:20:12: Aber wir verraten nicht wann.

00:20:15: Mysteriös!

00:20:17: Und die letzte Frage richtet sich auch an heute Abend und zwar worauf freut ihr euch da am meisten und worauf darfst du dich das Publikum freuen?

00:20:25: Eigentlich, wenn

00:20:25: ich noch einen Haken habe, eigentlich wollte ich von euch hören welcher Song es bei Ludwig ist.

00:20:28: Na ja klar dann gehen wir doch nochmal eins zurück.

00:20:31: Danke ich dachte jetzt kommen wir zur nächsten Frage.

00:20:34: Tut mir leid Also was ich so für mich merke Wir haben ja das Set, so würde ich sagen relativ abwechslungsreich aufgebaut.

00:20:42: Und einfach zu merken dass jeder Song Menschen im Publikum was bedeutet und was besonderes ist.

00:20:48: Das sind unterschiedliche Songs.

00:20:49: Es gibt Leute die können unfassbar viel Songs mitsingen.

00:20:53: Bei manchen sieht man auch die Tränenkohlern oder ex-Tatisch tanzen wie Hannisters gerade meinte.

00:20:58: Deswegen bedeutet mir eigentlich so jeder Song den wir spielen immer mehr wenn wir spielen weil man dann mit den Leuten die Interaktion sieht das Gefühl von den Leuten auch mit rüber auf die Bühne bekommt.

00:21:10: Aber bei so'n Songs, wenn ich das noch zufügen darf... Es ist ja auch meine Reise auch, ne?

00:21:15: Man hört den Song bevor er rauskommt, der tausende Male und dann ist ... Wenn der raus kommt, ist der Song für einen selbst so.

00:21:22: Na ja es wie ein Kind, dass auszieht So Und dann hört man ihn eigentlich kaum noch.

00:21:26: Umso schöner ist es Danach irgendwie zu merken oh, es bedeutet anderen Leuten auch noch was.

00:21:32: Dann kommt ganz viel zurück und es wickelt dann so ein zweites Leben Auf der Bühnen.

00:21:36: Wir haben mindestens ein drittes, viertes, fünftes Leben irgendwie.

00:21:39: Ja das ist ich denke verändert dann immer auch das Gefühl dass man damit verbindet mit der Energie von anderen Menschen.

00:21:47: und die erwartet euch heute Abend?

00:21:49: Was erwartet das Publikum?

00:21:52: Ein buntes Potburi an Emotionen und Programm würde ich sagen.

00:21:58: also wir haben uns ein bisschen was überlegt.

00:22:01: Die Bank wird heute vor Programmen sein Und zum Einlass wird es noch eine kleine Einlage geben.

00:22:08: Und

00:22:09: dann gibt's noch ein... Eine kleine Special-Einlage von mir!

00:22:13: Hochklassiges Vorabendprogramm, würd ich sagen.

00:22:16: Könnte im NDR laufen?

00:22:18: Mindestens.

00:22:19: ZDF, Achtunddreißig.

00:22:20: Ja, perfekt.

00:22:21: Heute zur Primetime, zwanzig Uhr, fünfzehn.

00:22:23: Exakt.

00:22:24: Mal schauen und vielleicht kommen die ja vorbei.

00:22:27: Hamburg ist immer extrem... Hamburg ist unfassbar schön.

00:22:30: Es macht einfach unfassbare Spaß in Hamburg zu spielen.

00:22:32: Wir freuen uns extrem toll darauf.

00:22:34: Du auch Ludwig?

00:22:36: Absolut.

00:22:36: Danke, dass du zugehört hast!

00:22:38: Wir sind

00:22:39: Ahoy Radio –

00:22:40: wir stehen für

00:22:41: Hamburg Kultur in die Musik und

00:22:44: Worte mit Gewicht.

00:22:45: Hört uns

00:22:46: per

00:22:46: Website, App

00:22:47: und im Hamburger Raum auch via

00:22:50: DHB+.

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